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METAFORUM international

Ein
Nachruf
für
Bernd

26. Juni 1951 - 21. Januar 2017     

METAFORUM international

METAFORUM internationalLiebe Freunde,

vielen Dank für die viele Anteilnahme, Hilfsangebote, die unzähligen Mails, Anrufe und Briefe aus aller Welt. Ein weiteres Zeichen dafür, wie viel Bernd in den vielen Jahren seines Wirkens geschaffen hat. Wir möchten sein Andenken unter anderem dadurch bewahren, dass wir in seinem Sinn das METAFORUM weiterführen. Um Eure Gefühle, Euren Dank und die vielen Fotos mit anderen zu teilen, wollen wir Euch einladen, seine Seite bei Facebook für dies zu nutzen. So kann Bernds Andenken, die weltweite Vernetzung im Herzen, weiterleben und blühen.

Wir haben lange überlegt, wie wir den Nachruf gestalten und uns für zwei Wege entschieden. Zum einen möchten wir mit Euch ein Video teilen, das Bernd gewidmet ist. Zum anderen veröffentlichen wir einen Bericht aus dem SommerCamp 2016 – ein wichtiger Teil von Bernds Lebenswerk.
Das SommerCamp wird es weitergeben, wir sind uns sicher, dass Bernd das so gewollt hätte.


In Trauer um Bernd und Hoffnung für die Zukunft,
Euer Team des METAFORUM

 


METAFORUM international

Brücken bauen,
Wachstum gelingen lassen

Persönliche Erinnerungen an Bernd und Erlebnisse
während des letzten SommerCamps

Alles begann mit einer Reise nach Brasilien, wo ich das internationale Camp des METAFORUM und Bernd in seiner Rolle als Brückenbauer erlebte. Eine starke Erfahrung, viele wunderbare Begegnungen und jede Menge Chancen für persönliches Wachstum. Zurück aus Brasilien fragte ich mich: Ist das SommerCamp in Italien anders? Werde ich Freunde wiedertreffen? Und was ist das Besondere, dort im Kloster San Marco in Abano?

Mit solchen und ähnlichen Fragen habe ich Bernd Isert gelöchert, als wir uns in Deutschland nach einer gemeinsamen Zeit in Brasilien wiedergetroffen haben. Ich wollte von ihm erfahren, ob es sich für mich lohnt, nach Abano zu fahren, da durch die Bilder und Filme mein Interesse geweckt war – ich mir aber kein Bild machen konnte, was das SommerCamp wirklich ausmacht.

Im typischen Bernd-Stil sagte er zu mir, manches ist anders, doch zugleich ist es eben auch dort die METAFORUM-Familie. Auch in Abano geht es um Integration, gemeinsames Lernen um das „sowohl als auch“. Es geht darum Neues zu entdecken und die eigene Haltung (weiter-)zu entwickeln ... im und durch gemeinsamen Austausch!

„Um ehrlich zu sein, klingt das gut, aber so richtig hilft mir das leider nicht weiter“ sagte ich zu Bernd. Daraufhin kam er mit dem folgenden Vorschlag, um, wie auch vielen anderen auch, eine Brücke zu bauen, gegenseitigen Mehrwert zum Nutzen aller und der Welt, zu schaffen. Sein O-Ton war: „Frieder, ich glaube vielen anderen, die noch nie da waren, waren geht es ähnlich. Ich glaube, dass du denen helfen kannst, dass zu verstehen. Das ist ja der Kern deiner Arbeit. Finde einen Weg, wie man als Neuling besser versteht, was wir als METAFORUM in Abano anbieten. Dafür bekommst Du eine besondere Rolle: Sei ein freies Element, das sich in unterschiedlichen Kursen umschauen kann. Und Du bekommst eine Mission: Berichte der Welt von dem, was du erlebst: „Abano erleben, als Freies-Element.“

Mit einem Strahlen im Gesicht habe ich das Angebot angenommen, mir vorgestellt, wen ich dort treffen werde und in Abano folgende eigene Idee entwickelt, um meine Mission zu erfüllen. Ich habe beschlossen eine Erzählung in vier Akten zu schreiben, meine Kernerlebnisse in Abano mit den Menschen zu teilen, und ein wenig von dem weiter zu tragen, was ich erleben durfte. Auf diese Weise bleibt nun auch die Erinnerung an Bernd Isert und sein METAFORUM wach, vielleicht lernt der eine von Euch auch nochmal eine weitere Seite von Bernd kennen ... und wenn ich ganz viel Glück habe, kommt der eine oder andere von Euch mit zum nächsten SommerCamp, damit wir uns dort nochmal persönlich, gemeinsam begrüßen und auch verabschieden können.

Da ich von einer sehr klugen Frau gelernt habe, dass Abschiede Zeit brauchen, möchte ich diese Erinnerung in „Akte“ teilen. Diese sind in Form einer Erzählung, umgesetzt als Text, in dem ich aber verschiedene Videos, Interviews als Link einbaue, Bilder und Collagen, Audiodateien – wie diese vom Glockenspiel – integriere und verschiedene Gedanken damit verwebe. 

... habe ich Dein Interesse geweckt? Dann lies gerne mit der ersten Woche weiter und wenn du magst, teile die Erzählung mit Freunden und Bekannten, damit die METAFORUM-Familie weiterwächst. So kann Bernds Idee der Vernetzung, des Lernens voneinander und des gegenseitigen Unterstützens gelingen und ewig leben.

Auf Bald!
Frieder

 


 

Woche 1: Ankommen – „That‘s interesting“

METAFORUM internationalSommer, Sonne, eine Kammer im Kloster und Abendbuffet im Klosterhof ... sowie ein blaues Armband. Damit begannen meine vier (!) Wochen im Kloster von Abano und meine Erinnerungen an Bernd. Anders als für die meisten Teilnehmer stand mein Programm noch nicht fest – Bernd wollte, dass es sich entwickelt. Ich sollte meinen FLOW finden, mich ein wenig treiben lassen ... passend dazu begann Montagmorgen das Camp auch mit einem großen Meeting. Im Hof trafen sich Trainer und Teilnehmer, es wurde gelacht, viel willkommen geheißen und ein gemeinsames Ankommen gefeiert. Sofort hatte ich das Gefühl wirklich willkommen zu sein und dazuzugehören – wieder.


Da war es naheliegend zuerst zu Bernds „Integrativem Coaching“ zu gehen. Dem Seminar mit „Spiel-Charakter“, ganz viel Möglichkeiten zum Ausprobieren, Figurenarbeit – und der Wunderfrage (von Steve de Shazer). Für mich war es das zweite Mal bei Bernd und mit mittlerweile mehr Erfahrung konnte ich noch viel mehr profitieren. Warum? Weil Bernd zeigt, wie man sehr viele Konzepte auf anspruchsvolle Art miteinander verwebt, ineinander integriert und dabei den Spaß nicht verliert. Darum ist das Seminar aus meiner Sicht vor allem für fortgeschrittene Trainer und Berater geeignet. Bernd nutzt schlichtweg viele Elemente verschiedenster Schulen und es braucht ein gutes Gespür um zu wissen was zusammenpasst.

Nach dieser Erfahrung brauchte ich etwas mehr Fokus, etwas mit mehr Struktur und trotzdem intuitiv. Bernds Rat folgend besuchte ich darum die Gruppe von Dr. med. Hans Hein. Thema: Intuition. Für mich ein forderndes Thema, auch wenn es immer häufiger auftaucht. Entsprechend gespannt war ich auf die Arbeit von Hans – und ich wurde nicht enttäuscht.

Er präsentierte mir mit seinem Tetra-Eder-Modell eine innovative Variante der Aufstellungsarbeit. Dabei kombiniert er nicht nur die Arbeit von Buckminster Fuller und die verschiedener Vertreter der Aufstellungsarbeit mit medizinischen Kenntnissen (Puls-Fühlen), sondern zeigt vor allem durch seine Art der Begegnung und ständigen Wertschätzung für sein Gegenüber, was echte Begegnung ausmachen kann. Danke Dir Hans!
Mehr zu seiner Arbeit auf Youtube.

Meinem FLOW folgend suchte ich nun einen Kontrast, nach einer Möglichkeit weiter Unterschiede zu bilden (wie Gunther sagen würde) ... das Eine zu tun, ohne das Andere zu lassen. Wie selbstverständlich landete ich so bei Anita von Hertel und dem Thema Mediation. Vielleicht fragst du Dich, wo der Kontrast liegen soll. Denn auch Anita geht extrem wertschätzend mit den Teilnehmern um, begeistert durch ihre Arbeit und das umfassende Kümmern. Naja, aus meiner Sicht ist die Art zu Arbeiten, die Lernkultur der Kontrast. Anita arbeitet mit sehr gut vorbereiteten Flipcharts, sie gestaltet pointierte Powerpoints und erstellt ausführlich ausgearbeitete Fallbeispiele, um mit Rollenspielen das Praxiserlebnis ins Seminar zu holen. Anders als beim Thema Intuition geht es auch weniger um ein Spekulieren oder Anbieten von neuen Erfahrungen. Vielmehr geht es darum, sehr kleinteilig die Zustimmung zu jedem einzelnen Schritt von ALLEN beteiligten Parteien abzuholen. Es geht um De-Eskalation in angespannten Kontexten, teilweise in einer feindseligen Atmosphäre. Anita zeigt also wie kleine Schritte unter Druck unterstützt werden können, Hans zeigt wie Potentiale erweitert und neue Möglichkeiten der Entfaltung gefördert werden können. Wird der Unterschied klar?

Nach diesen Erlebnissen erzählte ich Bernd davon und fragte, was aus seiner Sicht nun gut passt. Er war etwas kurz angebunden, sein eigenes Seminar lief ja schon seit Montag und er musste viel hinter den Kulissen arbeiten. Entsprechend sagte er kurzentschlossen, geh doch mal zu Henning. Das ist immer eine Reise wert! Entsprechend war das nächste Seminarthema Hypnose bzw. Hypnotherapie bei Dr. Henning Alberts. Um ganz ehrlich zu sein, ein komisches Gefühl, so eine kleine Nervosität hatte ich beim Thema „Hypnose“ schon – auch wenn ich Trance von Stephen bereits kannte. Warum? Nicht nur in großen Firmen, sondern in vielen Gesprächen höre ich beim Thema Hypnose vorwurfsvolle Begriffe wie Manipulation, Zwang oder Teufelszeug. Und ja, auch bei Henning fielen mir diese Begriffe ein. Allerdings in einem sehr positiven Sinn. Er zeigte in seinem Kurs, wie man eigene Zwänge (bzw. Muster) wahrnimmt und wie Hypnose neue Zugänge schaffen kann, um die Zwänge zu transformieren oder gar zu integrieren. Er zeigte auch, wie ein Trance-Zustand in Veränderungsphasen bei der tiefgreifenden Anerkennung der Veränderung helfen. Vor allem zeigte er mir aber, wie ich mit Selbsthypnose mit meinen eigenen Dämonen in Kontakt kommen und diese zur Veränderung EINLADEN kann. Warum ist das wichtig? Weil (O-Ton Stephen Gilligan) „The way you treat your demons, determines what they become!“ Also anders ausgedrückt, je mehr ich sie bekämpfe, umso aggressiver werden sie. Und wie ich genau diesen Umgang anders gestalten kann, wie ich anders mit Stress und meinen Ängsten umgehen kann – um der zu werden, der ICH sein möchte – dafür habe ich von Henning viele Hinweise bekommen. Hier wie Henning es selbst beschreibt.

Passend zu dem Impuls, das „Negative“ zu integrieren und das „Positive“ zu fokussieren, wandte ich mich Dr. Philipp Streit und der Positiven Psychologie zu. Gerade beim „Genussfrühstück“ hat er mir verdeutlicht, welche Kraft positive Sichtweisen und Überzeugungen haben können. Er holte mich vor allem mit einer Vielzahl an Forschungsergebnissen ab, insbesondere mit seinen eigenen Forschungen und Fragebögen die er überwiegend KOSTENFREI ins Netz stellt. Die von ihm weiterentwickelten Fragebögen sind aus meiner Sicht ein geeignetes „Handwerkszeug“, um die Theorien von Seligman oder anderen in konkrete Situationen zu übertragen. Darüber hinaus hat er mit Hilfe dieser Ergebnisse mein Interesse für Dan Siegel und Mindsight geweckt, also die Forschungen zu den Themen #Empathie #Mitgefühl #Mindfulness. De facto fand ich das sogar so spannend, dass ich im Oktober am Mindsight Kongress in Berlin teilgenommen habe. Insbesondere „The Wheel of Awareness“ hat mich dort sehr inspiriert, was sich hier auf der Website von Dan Siegel findet.
Als Einstieg in das Thema empfehle ich trotzdem das kurze Video mit Philipp und sage damit auch nochmal implizit: „Danke fürs Tür aufmachen Philipp!“

 


 

In den nächsten Wochen folgen noch die weiteren Erlebnisse des SommerCamp 2016:
Woche 2: ... - I am sure that makes sense.
Woche 3: ... – Welcome
Woche 4: ... – Much, Much, More

 

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