Vorsätze umsetzen, aus Fehlern lernen: Funktionsanalyse der Persönlichkeit

Vortrag auf dem METAFORUM Kongress 2018 mit Prof. Dr. Julius Kuhl

Wenn Therapie und Coaching Ressourcen stärken sollen, dann sollte eine Persönlichkeitstheorie helfen, individuelle Kompetenzen und Entwicklungspotenziale zu erkennen.

Im Unterschied zu eigenschaftstheoretischen Theorien der Persönlichkeit beschreibt die Theorie der Persönlichkeits-System-Interaktionen (PSI-Theorie) die zentralen Kompetenzen einer „voll funktionsfähigen Persönlichkeit“ (Rogers), statt sich auf Inhalte des Denkens, Fühlen und Wollens zu beschränken. Es geht um die Interaktion zwischen bewussten und unbewussten Systemen, deren Interaktion auf verschiedenen Integrationsebenen durch Emotionsregulation gesteuert wird. Damit kommt der Entwicklung der Emotionsregulation eine besondere Bedeutung zu. Die PSI-Theorie zeigt, welche Aspekte gesunder Beziehungserfahrungen die Entwicklung der Emotionsregulation fördern. Durch die funktionsanalytische Verortung verschiedener Therapieansätze (-schulen) bietet die PSI-Theorie die Möglichkeit, die Stärken verschiedener Ansätze zu integrieren.

Dieser Vortrag gehört zum Programm des METAFORUM Kongresses 2018 mit dem Themenschwerpunkt „Selbststeuerung“, 28.-29.07.2018, im Rahmen des METAFORUM SommerCamps.

Referent

Prof. Dr. Julius Kuhl
Prof. Dr. Julius Kuhl, Universität Osnabrück, Professor für Persönlichkeitspsychologie (emer.), Entwickler der PSI-Theorie und ihrer Anwendungen inCoaching und Therapie.
Prof. Dr. Julius Kuhl hatte von 1986 bis 2015 den Lehrstuhl für Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung an der Universität Osnabrück inne und war 2008-2016 Leiter der Forschungsstelle Begabungsförderung im Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe). Stationen seiner wissenschaftlichen Karriere waren wissenschaftlicher Assistent von Heinz Heckhausen in Bochum (1978-1982), Leiter eines entwicklungspsychologischen Teams am Max-Planck-Institut für psychologische Forschung in München (1982-1986) und Forschungsaufenthalte in den USA (1976-78 Michigan, 1984-85 Stanford) und Mexiko (1984, 1986). Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Selbststeuerung und Affektregulation. Diese Forschung bildete die Grundlage für eine neue Persönlichkeitstheorie, die Fortschritte der Motivations-, Entwicklungs-, Kognitions- und Neuropsychologie integriert (PSI-Theorie). Aufbauend auf dieser Arbeit wurde in den letzten Jahren eine neue Methodik zur Diagnostik persönlicher Kompetenzen entwickelt, die bei Kindern und Erwachsenen eine umfassende Analyse vorhandener und  entwicklungsfähiger Potenziale ermittelt (EOS: Entwicklungsorientierte Systemdiagnostik). Prof. Kuhl erhielt 2012 den Preis für sein Lebenswerk der Deutschen Gesellschaft für Psychologie.

Buch-Publikationen:

Kuhl, J. (1977). Meß- und prozeßtheoretische Analysen einiger Person- und Situationsparameter der Leistungsmotivation [Individual and situational determinants of achievement motivation]. Bonn: Bouvier.

Kuhl, J. (1983). Motivation, Konflikt und Handlungskontrolle [Motivation, conflict, and action control]. Heidelberg/New York: Springer-Verlag.

Kuhl, J. & Beckmann, J. (1985). (Eds.), Action control: From cognition to behavior. Heidelberg/New York: Springer-Verlag. Kuhl, J. & Atkinson, J. W. (1986). (Ed.), Motivation, thought, and action. New York: Praeger.

Eine vollständige Publikationsliste finden Sie auf der Webseite von Professor Kuhl unter https://www.psi-theorie.com/publications/

Die sieben Quellen der Motivation
Einführung in eine entwicklungsorientierte Systemanalyse der Persönlichkeit mit Prof. Dr. Julius Kuhl
30.07.-31.07.2018
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Informationen

28.07.2018

  • 15:00h-16:15h
  • Kongress-Vortrag