Autopoietische Aufstellungsarbeit

Mit Siegfried Essen

Das Geheimnis autopoietischer (selbstschöpferischer) Aufstellungsarbeit ist die Annahme universaler Vernetztheit und wechselseitiger Verbundenheit aller Dinge, aller Lebewesen und all ihrer Hervorbringungen, seien es materielle Produkte, immaterielle Konstruktionen wie Gemeinschaften, Gesellschaften, Staaten, Profit- und Non-Profit-Organisationen usw.

Die zweite Säule der autopoietischen Aufstellungsarbeit besteht in der Annahme, dass Unterscheidungen helfen, die Verbundenheit zu erkennen, zu spüren und zu vollziehen. Wir unterscheiden Vater und Mutter, wir unterscheiden unser innerstes SELBST von unserem manifesten ICH, wir unterscheiden die hierarchischen Ebenen einer Firma, Input und Output, Vision und Ist-Zustand usw. Und in der Repräsentation dieser Unterscheidungen erkennen wir unzweideutig ihre wechselseitige Zusammengehörigkeit. Das befreit uns von der energieaufwendigen Konstruktion von Bewertungen, Moral und Gewalt.

Seminarstruktur

Das Seminar macht uns im ersten Teil vertraut mit der Verkörperungsarbeit von ICH und SELBST im Alltag, mit der Zusammengehörigkeit und Vernetztheit von Liebe und Freiheit, von Ganzheit und Teil-Sein usw.

Im zweiten Teil werden Repräsentanten zur Hilfe genommen, sodass jedes System von außen und als Inszenierung wahrgenommen werden kann (Abschied vom Opferdasein und Möglichkeit der Neu-Inszenierung). Dies geschieht mit dem Körper als System, mit Familiensystemen, Gemeinschaften, Organisationen, Firmen und virtuellen Systemen aller Art.

Der dritte Teil widmet sich unserer Verantwortung gegenüber der Erde und einer verstummten oder antwortenden Resonanz-Beziehung zu den Dingen, zu den Menschen und zur Welt.

Informationen zum Seminar

Coaches, Therapeuten/innen,
Zur Vorbereitung empfehlen wir:

  • Essen, Siegfried: Selbstliebe als Lebenskunst. Ein systemisch-spiritueller Übungsweg. Heidelberg 2011 (C.-Auer Verlag)
  • Rosa, Hartmut: Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung. Berlin 2016 (Suhrkamp Verlag)
Was ist autopoietische Aufstellungsarbeit?

Autopoietisch ist für uns ein Aufstellungsgeschehen, in welchem alle Repräsentanten mehr und mehr in die Präsenz des aufgestellten Systems (nicht in ein Konzept vom System) gehen. Sie finden und erfinden ihre gemeinsame aktuelle Wirklichkeit. Sie tun das, indem sie alle vorgefassten Urteile und Konzepte über das System aufgeben und stattdessen die Ideen und Impulse, die aus der aktuellen Beteiligung am System entstehen, experimentell erproben.

Die experimentelle Haltung der Repräsentanten macht sie nicht nur präsenter, sondern führt auch in eine erhöhte Sensibilität für Wirkungen und Rückwirkungen der eigenen Aktivitäten im Ganzen. Die Sensibilisierung ereignet sich auf verschiedenen Wahrnehmungskanälen und Ebenen. Deshalb ist es wichtig, die Repräsentanten zu ermutigen, mit all ihren Mitteln, den körperlichen und sprachlichen, frei zu experimentieren.

Eine Lösung im autopoietischen Sinne ist dann erreicht, wenn alle Teile des Systems, auch die zu Beginn negativ konnotierten, sich als frei und zugehörig zum Ganzen fühlen, das heißt wenn sich alle lebendig und integriert wahrnehmen und verhalten.  Sobald die Lebendigkeit des Ganzen aufscheint, wird der Aufstellungsprozess abgebrochen und das System sich „selbst“ überlassen.

Aus: Siegfried Essen, Aron Saltiel: Autopoietische Aufstellungsarbeit revisited

SeminarbeschreibungSoCa2018

Informationen & Trainer

30.07.-03.08.2018

  • Investition: 1.040 Euro
Die Teilnehmer/innen erhalten ein Teilnahmezertifikat.

Über den Trainer

Siegfried Essen, Graz
Siegfried Essen, Graz
Psychotherapeut; ausgebildet in Systemischer Familientherapie, Integrativer Gestalttherapie und Individualpsychologie
Siegfried Essen, geboren 1940 in Schlesien, aufgewachsen in Hessen und am Niederrhein, seit 1980 in Graz, Steiermark. Studium der ev. Theologie, Philosophie und Psychologie in Wuppertal, Tübingen, Heidelberg, Bonn und Bochum.

Abgeschlossene Psychotherapieausbildungen: Personzentrierte Psychotherapie, Individualpsychologie, Integrative Gestalttherapie, Systemische Familientherapie.

Schwerpunkte: Ich-Selbst-Arbeit, autopoietische Familien- und Systemaufstellungen, spirituell-systemische Selbst-Erfahrung und Psychotherapie.

Kontakt
www.siegfriedessen.com

Buch-Publikationen:

Essen, Siegfried: Selbstliebe als Lebenskunst. Ein systemisch-spiritueller Übungsweg. Heidelberg 2011 (C.-Auer Verlag)

Essen, Siegfried: Systemische Weltsicht und Bibliodrama. Berlin 2003 (EBV-Verlag)

Mehr Inforamtionen unter http://www.siegfriedessen.com/publikationen.php

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Innere Ausrichtung
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